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Presseartikel

Pressemitteilung  des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V.

Jäger fordern Anleinpflicht für Hunde während der Brut- und Setzzeiten

„Wieder ein trächtiges Reh von wildernden Hunden gerissen.“ Derartige Meldungen häufen sich besonders im Frühjahr aus den Jagdrevieren. „Die hessischen Jäger fordern deshalb die Städte und Gemeinden nachdrücklich auf, das Verhalten von Hundebesitzern in der Flur zu regeln. Insbesondere wäre es zum Schutz der freilebenden Wildtiere sehr wichtig, mindestens von März bis Juli eine Anleinpflicht für Hunde einzuführen”, erklärte Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V.. In den letzten Jahren ist eine zunehmende Inanspruchnahme der Feldgemarkungen durch freilaufende Hunde festzustellen.

„Die Zahl der Übergriffe von freilaufenden Hunden auf Wildtiere ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen”, sagte Stelzner. Insbesondere im Umfeld der Städte und Dörfer würden im Spätwinter und Frühjahr Rehe von Hunden gerissen. Der Landesjagdverband Hessen schätzt, dass in unserem Bundesland jährlich mindestens 3.000 Wildtiere wildernden Hunden zum Opfer fallen. Die Dunkelziffer sei allerdings in diesem Bereich sehr hoch.

Stelzner: „Die Wildtiere sind im Frühjahr durch den Winter geschwächt und tragende Ricke, die bald ihre Kitze zur Welt bringen werden, sind zusätzlich in ihrer Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt. Deshalb werden vor allem Rehmütter mitsamt ihren ungeborenen Kitzen von Hunden gerissen.” Es sei erschreckend, dass viele Hundehalter jegliche Tierliebe gegenüber den Wildtieren vermissen ließen und ihre Vierbeiner nicht an die Leine nähmen. Streunende Hunde vertreiben laut Stelzner aber auch Bodenbrüter wie Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel von ihren Nestern. Deren Eier und Junge würden dann ein leichtes Opfer von Krähen und Elstern.


Weil leider viele Hundehalter trotz gut gemeinter Appelle uneinsichtig zeigten und ihre Einwirkungsmöglichkeiten auf die Hunde überschätzen, sollten alle hessischen Städte und Gemeinden zumindest während der Brut-, Setz- und Aufzuchtzeit außerhalb geschlossener Ortschaften eine Anleinpflicht einführen, fordert Stelzner. Zugleich sollten die Kommunen aber auch Flächen ausweisen, auf denen die Vierbeiner freien Auslauf hätten.

„Laut hessischer Gefahrenabwehr-Verordnung über das Halten von Hunden werden jene Hunde, die unkontrolliert andere Tiere hetzen oder reißen, grundsätzlich als gefährlich eingestuft“, erläutert der Jagdvereinsvorsitzende. Diese Einstufung habe gravierende Folgen für den Vierbeiner, der sich einem kostenpflichtigen Wesenstest unterziehen müsse und in der Regel nur noch angeleint und mit Maulkorb ausgeführt werden dürfe. Zudem untersage auch das hessische Jagdgesetz, Hunde in einem Jagdbezirk – also in Feld und Wald – unbeaufsichtigt laufen zu lassen. Verstöße würden mit einem Bußgeld geahndet.

Ferner müssten die Halter von wildernden Hunden damit rechnen, dass die Jäger für getötetes Wild Schadensersatz verlangten. Auch Autofahrer könnten hohe Regressansprüche stellen, wenn ihnen frei laufende Hunde Wild vor das Kraftfahrzeug getrieben und dadurch einen Unfall heraufbeschworen hätten.

Dr. Jörg Brauneis

Rotenburger Str. 44

37269 Eschwege

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Jagd mit der Falle – eine Aufgabe für den verantwortungsvollen Jäger

Seit einigen Jahren stellen Jäger und Naturfreunde auch im Werra-Meißner-Kreis eine starke Zunahme der Waschbären fest. Dabei besiedeln die ursprünglich in Nordamerika beheimateten Kleinbären nicht mehr nur die Wälder, sondern sind längst auch in der Feldflur anzutreffen. Besonders problematisch ist das Vordringen der Waschbären in die Dörfer und Städte der Region. Hier kommt es immer wieder zu unliebsamen Überraschungen, wenn sich etwa eine Waschbärenfamilie den Dachboden eines Hauses als Wohnhöhle ausgesucht hat.waschbaer Durch Verschieben von Dachziegeln, Herausreißen der Dachisolierungen und Geruchsbelästigung durch Exkremente kann es dann schnell zu ernsthaften Konflikten mit den menschlichen Hausbewohnern kommen. „Leider“, so der Vorsitzende des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V., Rainer Stelzner, „bieten die Dörfer und Städte alles, was die Waschbären brauchen, im Überfluss. Die Tiere finden einen sicheren und trockenen Unterschlupf auf Dachböden und in Scheunen, Nahrung gibt es reichlich in Gärten, auf Komposthaufen und in Biotonnen, sowie an den Futternäpfen von Hunden und Katzen.“



In Deutschland wurden Waschbären seit etwa 1920 in Pelztierfarmen gehalten. Schon 1934 wurden aber am Edersee im Hessischen Forstamt Vöhl zwei Paare ausgewildert mit dem Ziel, die Tiere mit dem damals sehr wertvollen Pelz hier heimisch werden zu lassen. Dies war ein voller Erfolg. Es gelang den Waschbären ganz Deutschland zu besiedeln. Besonders dramatisch entwickelte sich die Situation ab Ende der 1990er Jahre. Seit dieser Zeit explodiert die Population förmlich, wie man aus der vom Deutschen Jagdschutzverband herausgegebenen Streckenstatistik (Anzahl der erlegten Tiere) ablesen kann. Im letzten Jagdjahr wurden bereits mehr als 70.000 Waschbärenin Deutschland erlegt. Dennoch wächst die Population weiter. „Die vorwiegend nachtaktiven Waschbären sind Allesfresser, die pflanzliche und tierische Nahrung zu etwa gleichen Teilen aufnehmen. Dabei verschmähen sie auch die Gelege von Bodenbrütern und die im Frühjahr zu den Laichgewässern wandernden Amphibien nicht. Dadurch wächst der Druck auf diese bedrohten Arten. „Wir Jäger sind in der Pflicht, die Waschbären in Zukunft noch stärker zu bejagen, um dem drohenden Ungleichgewicht in der Natur entgegenzuwirken, “ betonte Stelzner. Jahresstrecke-Waschbaer„Wir sind uns natürlich bewusst, dass es unmöglich ist, die Waschbären wieder vollständig aus der Wildbahn Deutschlands zu verdrängen,darf es nicht passieren, dass Haustiere oder geschützte Wildtiere, wie die im Werra-Meißner-Kreis vorkommende Wildkatze in die Falle geraten. Auch Elterntiere sind konsequent zu schonen. Keinesfalls darf der genervte Hausbesitzer zur Selbsthilfe greifen und die Tiere auf eigene Faust töten! Wer Probleme mit Waschbären in Haus und Garten hat, der wendet sich am besten an einen in der Fallenjagd erfahrenen Jäger. Auch dem Eigentümer oder Nutzungsberechtigten eines Hauses oder Gartens steht nach dem Hessischen Jagdgesetz das Recht zu, auf seinem Grundstück Beutegreifer (also zum Beispiel Waschbären, Füchse, Marder) und Wildkaninchen zu fangen, zu töten und sich anzueignen. Allerdings verknüpft der Gesetzgeber diese Erlaubnis gleich mit mehreren Auflagen! Jeder – auch jeder Nichtjäger -, der die Fangjagd ausüben will, muss einen anerkannten Ausbildungslehrgang für die Fangjagd erfolgreich absolviert haben!

Der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. bietet solche Fangjagdkurse regelmäßig an. Wer Interesse an einem Fallenjagdkurs hat, der wende sich an den Vorsitzenden des Jagdvereins, Rainer Stelzner, Telefon: 05651 / 96222 oder Mobil: 0171 / 8358272.

Dr. Jörg Brauneis
Schriftführer
Rotenburger Str. 44
37269 Eschwege


Jäger solidarisieren sich mit den Reitern!

„Die Jägerschaft erklärt sich mit den von der in Bad Sooden – Allendorf eingeführten Pferdesteuer betroffenen Reitern und Pferdehaltern solidarisch!", dies erklärte der Vorsitzende des Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. Rainer Stelzner gegenüber der HNA (Witzenhausen). „Die Reiter und Pferdehalter werden damit für die Haltung und Pflege ihrer Tiere bestraft! Diese Steuer ist völlig willkürlich und unbegründet. Auch wir Jäger sind von einer ähnlich willkürlichen Steuer betroffen. Mit einer Jagdsteuer von 15% bestraft der Werra-Meißner-Kreis jeden Jagdpächter dafür, dass er sich in seiner Freizeit für die Erhaltung und Pflege der Wildbestände und deren natürlicher Lebensgrundlagen in seinem Jagdrevier einsetzt. Während viele andere Naturschutzverbände aus öffentlichen Mitteln alimentiert werden, bezahlen die Jäger alle Aufwendungen für die Wildhege aus eigener Tasche und tragen über die zwangsweise erhobene Jagdabgabe zusätzlich zur Finanzierung von landesweiten Artenschutzprojekten bei. Dafür werden sie von Kreis mit der Jagdsteuer abgestraft. In Gesprächen mit den verantwortlichen Politikern haben die Jäger bisher kein Verständnis für ihre Bitte gefunden, wenigstens einen Teil dieser Strafsteuer für Lebensraumschutz und Lebensraumgestaltung einzusetzen.

Offenbar ist es die Taktik mancher Kommunalpolitiker sich gezielt, kleinere gesellschaftliche Gruppen herauszupicken, von denen man wenig Widerstand erwartet, um diese dann mit willkürlichen Steuern zu belegen. Gleichzeitig wird oft versucht, das für die Gesellschaft wertvolle Engagement dieser Gruppen herabzusetzen und kleinzureden, so etwa den Einsatz der Reiter für die Jugendarbeit, für die Tierhaltung und im Tierschutz!

Nicht die Reiter und Jäger sind verantwortlich für die Schulden der Kommunen, sondern die seit Jahrzehnten augenfällige Verschwendungssucht mancher Kommunen.

Für diese der Gesellschaft aufgebürdeten Schulden nun einzelne, kleinere gesellschaftliche Gruppen in Haftung zu nehmen, ist unredlich!

Die Jäger fordern daher die sofortige Abschaffung der Pferdesteuer in Bad Sooden – Allendorf und der Jagdsteuer im Werra-Meißner-Kreis

Dr. Jörg Brauneis
Schriftführer
Rotenburger Str. 44
37269 Eschwege
Tel.: 05651 / 20363


 Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. wählt Vorstand

Der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. hatte im Frühjahr den Landesjägertag Hessen in Reichensachsen als ein vielbeachtetes, überregionales Ereignis ausgerichtet. Deshalb trafen sich die Jägerinnen und Jäger aus dem Altkreis Eschwege in diesem Jahr erst am Freitag, dem 19. Oktober, zu ihrer Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus in Meinhard Schwebda. Fast 100 Mitglieder des Jagdvereins füllten den  Saal des Bürgerhauses, als der Vorsitzende, Rainer Stelzner, nach den Begrüßungssignalen der Jagdhornbläser die Mitglieder und Ehrengäste willkommen hieß.
In einem eindrucksvollen Rechenschaftsbericht skizzierte der Vorsitzende die Bemühungen des Vorstands um die Jungjägerausbildung, den jagdlichen Naturschutz und das jagdliche Schießen. Der Schatzmeister, Herbert Hübenthal, konnte über eine befriedigende wirtschaftliche Situation des Vereins berichten, sodass jetzt und in den nächsten Jahren Beitragserhöhungen nicht erforderlich werden.
Unter der Wahlleitung von Walter Oehl stellte sich dann der gesamte Vorstand des Jagdvereins geschlossen zur Wiederwahl. Alle Vorstandmitglieder wurden einstimmig im Amt bestätigt.   Rainer Stelzner, Jestädt, bleibt damit nach einer Amtszeit von bisher neun Jahren weiter Vorsitzender des Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V..


Als zweiter Vorsitzender wurde Hartmut Krannich, Grebendorf, im Amt bestätigt.
Herbert Hübenthal, Niederhone, bleibt Schatzmeister, vertreten von Lars-Henning Bartels, Eschwege.
Schriftführer ist unverändert Dr. Jörg Brauneis, Eschwege, und seine Stellvertreterin bleibt Ilona Becker, Albungen.
Die Gewählten dankten der Versammlung für den eindrucksvollen Vertrauensbeweis und versicherten, sich nach Kräften auch in der Zukunft weiter für das Wohl der wildlebenden Tiere, für den Schutz der natürlichen Lebensräume und die Förderung des Jagdwesens einzusetzen.
Der Kreisjagdberater, Alfred Dilling, Vockerode, wies in seinem Jahresbericht auf die Bedeutung einer verstärkten Bejagung der Wildschweine und der Waschbären hin. Dabei könnten die Waschbären, die zunehmend in die Siedlungsgebiete vordrängten, erfolgreich nur mit der Falle bejagt werden. Die Fangjagd dürfe aber nur ausüben, wer sich durch einen Fangjagdlehrgang beim Jagdverein qualifiziert habe, denn nur so ist eine tierschutzgerechte Ausübung dieser Jagd gewährleistet!
Von den Spartenleitern des Jagdvereins berichteten Harmut Krannich über die Aktivitäten der Bläsergruppe, während Bernd Eichstädt die Arbeit in der jagdlichen Schießgruppe Revue passieren ließ. Axel Wolf von der Hundegruppe konnte wieder über einen erfolgreich abgeschlossenen Lehrgang zur Jagdhundeausbildung und über zahlreiche Hundeprüfungen berichten.

Jagdverein ehrte langjährige und verdiente Mitglieder

Im Rahmen der Herbstversammlung des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V. ehrte der Vorsitzende Rainer Stelzner langjährige und verdiente Mitglieder des Vereins.
Eine Ehrenurkunde erhielten aus der Hand des Vorsitzenden:

  • Für fünfundzwanzigjährige Mitgliedschaft: Erich Kliebisch, Altensteig; Friedhelm Herwig und Dieter Jäger, Wehretal; Herbert Hübenthal, Eschwege; Udo Köhler, Witzenhausen; Axel Asbrand, Helmut Gessner und Gustav Schenk, alle Sontra
  • Für vierzigjährige Mitgliedschaft: Karl Seebach, Weißenborn; Hubertus Feußner, Dieter Franke und Karl-Heinz Schmiedel, Alle Wanfried.
  • Für fünfzigjährige Mitgliedschaft: Karl Rimbach, Meißner – Germerode.

Einen Präsentkorb als Dank für sein langjähriges Engagement im Jagdverein und als Anerkennung für seine Ausbildertätigkeit auf dem Gebiet der Fangjagd erhielt Jochen Pflüger, Frankershausen, der die Leitung der Fallenjagdlehrgänge ab dem kommenden Jahr in jüngere Hände legt.
Eine besondere Ehrung wurde Dr. Ulrich Paul, Grebendorf, zuteil. Als Dank für sein Engagement in seiner Zeit als Vorsitzender des Jagdvereins, in der er in der Vereinsentwicklung wesentliche Akzente setzte, und als Anerkennung seiner Tätigkeit als Ausbilder für das Jagdrecht in den Jungjägerlehrgängen des Vereins überreichte ihm Rainer Stelzner die silberne Ehrennadel des Deutschen Jagdschutzverbands.
Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung wurden die folgenden Jungjägerinnen und Jungjäger, die in diesem Jahr die Jägerprüfung bestanden haben, durch Überreichen der Jägerbriefe vom Vorsitzenden feierlich in die Reihen der Jägerschaft  aufgenommen. In seiner Ansprache mahnte der Vorsitzenden die jungen Jägerinnen und Jäger stets tierschutzgerecht und mit Respekt vor der Kreatur zu jagen und sich immer für das ihnen anvertraute Wild auch gegen den Zeitgeist einzusetzen

  • Ralf Dix, Berkatal
  • Michaela Döring, Weißenborn
  • Marck Eberlein, Melsungen
  • Friedhelm Führer, Wehretal
  • Olaf Gajewski, Eschwege
  • Marcel Hofsommer, Großalmerode
  • Ulrich Kalthaus, Wehretal
  • Lukas Karges, Ringgau
  • Martin Kliebisch, Weißenborn
  • Ingo Lehe, Hess. Lichtenau
  • Axel Lorbach, Ringgau
  • Michael Maser, Ringgau
  • Thomas Nowak, Eschwege
  • Simone Rauchhaus, Bad Sooden – Allendorf
  • Jürgen Rehm, Wanfried
  • Hendrik Schäfer, Berkatal
  • Justus Schneider, Wehretal
  • Jason Smith, Meinhard
  • Scrolan Wieland, Hess. Lichtenau

Die Hörnerklänge der Jagdhornbläser beendeten traditionell die Herbstversammlung der Jägerschaft aus dem Altkreis Eschwege.

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BSC 0889-1
Bilder © Hr. Greim

Dr. Jörg Brauneis
Schriftführer
Rotenburger Str. 44
37269 Eschwege
Tel.: 05651 / 20363

 


 Wildkatzenprojekt des Jagdvereins Hubertus Eschwege e.V. erfolgreich

Seit mehreren Jahren setzt sich der Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V. für den Schutz der im Werra-Meißner-Kreis im hessen- und bundesweiten Vergleich noch relativ häufigen Wildkatzen ein.DSC01027

Dieses Engagement entspringt der Verpflichtung, die  Schutz- und Hegebemühungen auch und besonders den jagdbaren, aber ganzjährig geschonten Wildarten zukommen zu lassen, deren Bestand bedroht ist. Nur so werden die Jäger der Ihnen vom Gesetzgeber im Jagdgesetz übertragenen Aufgabe gerecht.

Das Wildkatzenschutzprogramm des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege trägt nunmehr deutliche Früchte. So sind die Jagdleiter der herbstlichen Gesellschaftsjagden auf Schalenwild aufgefordert, besonders die Gastjäger darauf hinzuweisen, dass Wildkatzen im Revier vorkommen und dass selbstverständlich der Abschuss aller Katzen untersagt ist. In Wildkatzenrevieren sollte die Fallenjagd ausschließlich mit Lebendfangfallen durchgeführt werden, um fatale Fehlfänge zu vermeiden. Darüber hinaus fördert der Jagdverein lebensraumverbessernde Maßnahmen für die Wildkatzen mit erheblichen, finanziellen Mitteln. Dies sind die Anlage und Pflege von  Wildwiesen im Wald, die Schaffung von Ruhezonen und die Anpflanzung von Obstbäumen auf Waldwiesen und waldrandnahen Wiesen. Auf diese Weise sollen für die Wildkatzen ruhige, besonnte und an Kleinsäugern (Mäuse) reiche Lebensräume geschaffen und gestaltet werden. Außerdem sollen möglichst  alle verunfallten Wildkatzen im Rahmen des von der Landesregierung geförderten, hessischen Wildkatzenprogramms einer wissenschaftlichen Untersuchung an der veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Gießen zugeführt werden. Für Ausbildungszwecke hat der Jagdverein im Jahr 2009 eine bei Bischhausen überfahrene und nach wissenschaftlicher Untersuchung als solche anerkannte Wildkatze präparieren lassen und dem Bergwildpark in Germerode für Ausstellungs- und Lehrzwecke als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. DSC01030
Diese Arbeit des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege e.V. fand durch die Verleihung des Umweltschutzpreises des Werra-Meißner-Kreises im Jahr 2010 auch öffentliche Anerkennung.

Am Abend des 28. September 2012 konnte nun in einem besonders ruhigen und abgelegenen Teil des Schlierbachswaldes (zwischen Eschwege und dem Ringgau gelegen) auf einem Forstweg eine Wildkatze beobachtet werden, die vier kleine Junge führte! Die Kätzin zeigte sich durch das Geräusch des Fotoapparats beunruhigt und warnte die Jungen mit einem kurzen Laut, die daraufhin blitzartig verschwanden. Zwei flüchteten in einen Brombeerverhau, die beiden anderen aber schossen wie graue Pfeile an Bäumen herauf und verharrten in ca. zwei  Metern Höhe, fest in die Borke gekrallt regungslos in einer Art Schutzstarre, dabei den Blick immer fest auf die Mutterkatze gerichtet. Nach einigen Minuten rief die Kätzin ihren Nachwuchs wieder zu sich und verschwand mit ihren Jungen im dichten Wald. Die das Wildkatzenrevier betreuenden Jäger hoffen nun, dass diese Herbstkatzen noch vor dem Winter groß werden und nicht den Sauen, demFuchs oder Habicht zum Opfer fallen.

 

Diese Wildkatzenbeobachtung ist auch deshalb etwas Besonders, weil sie beweist, dass Wildkatzen im SomDSC01033mer eine zweite Ranzzeit haben und somit im Herbst noch Gehecke vorkommen können. Bis vor kurzem ist man bei der Wildkatze von einer einzigen Ranz im Februar / März ausgegangen und hat diese – fälschlicher Weise – sogar als Unterscheidungsmerkmal zur Hauskatze benannt! Für den Südharz in Sachsen – Anhalt haben Wissenschaftler aber schon mehrfach Wildkatzengehecke im September nachgewiesen.

Dies ist in diesem Jahr schon das dritte Wildkatzengeheck, das im Schlierbachswald beobachtet werden konnte. Weitere Schwerpunkte der Wildkatzenverbreitung im Werra-Meißner-Kreis sind der Meinhard, der Ringgau, das Sontraer Bergland und der Meißner.

Dr. Jörg Brauneis
Schriftführer
Rotenburger Str. 44
37269 Eschwege
Tel.: 05651 / 20363