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Wildkatzenland an Werra und Meißner

Naturschutzprojekt der Jägerinnen und Jäger im Jagdverein Hubertus Kreis Eschwege e.V.: Wildkatzenland an Werra und Meißner
Das Wildkatzenschutzprojekt der Jägerschaft im Altkreis Eschwege (Südteil des Werra-Meißner-Kreises im nordöstlichen Hessen) hat zum Ziel mitten im Zentrum des nordhessisch-westthüringisch-südniedersächsischen Wildkatzenvorkommens den Lebensraum der Wildkatzen zu schützen und für eine sichere Zukunft der Art zu gestalten.


Dies soll durch folgende Maßnahmen erreicht werden:
- Aktive Lebensraumgestaltung für die Wildkatzen in der Landschaft: Anlage von Streuostwiesen und Obstbaumalleen, sowie Anpflanzung von Heckenstreifen und Feldgehölzen als Vernetzungsstrukturen in den Feldgemarkungen, um den Wildkatzen eine sichere Wanderung zwischen den Waldlebensräumen zu ermöglichen. Pflege der für Nordhessen typischen, bachbegleitenden Waldwiesen, die von den Wildkatzen zur Mäusejagd, aber auch als Ruheräume (Sonnenplätze) im Wald genutzt werden. Diese Waldwiesen fallen durch Umstrukturierungen in der Landwirtschaft zunehmend brach. Damit gehen sie als typisches Landschaftselement und Lebensraum für die Wildkatze und viele andere, bedrohte Tier- und Pflanzenarten (Fledermäuse, Orchideen) verloren.


- Zusammenarbeit mit Waldbesitzern, um eine wildkatzenfreundliche Waldwirtschaft (aktive Waldrandgestaltung, Verzicht auf Holzeinschlag in der Zeit der Jungenaufzucht, kein Abfahren der häufig als Geheckplätze genutzten Holzpolter im Sommer usw.) zu erreichen.
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit für den Schutz der Wildkatze und ihres Lebensraums durch intensive Pressearbeit und alljährliche Ausrichtung eines Wildkatzentages mit Vorträgen und Naturerlebniswanderungen. Damit soll das Bewusstsein, dass die Wildkatze zu den natürlichen Reichtümern und Schutzgütern Nordhessens gehört, in der Bevölkerung verankert und gefestigt werden. Die Wildkatze könnte so auch eine der Flaggschiffarten für einen naturverträglichen Tourismus in Nordhessen werden. Dies kann z.B. in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Meißner-Kaufunger Wald erfolgen.
- Zusammenarbeit mit befreundeten, auch im Wildkatzenschutz engagierten Naturschutzverbänden wie der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) und der Arbeitsgemeinschaft Artenschutz Thüringen (AAT).
- Mittelfristig Aufbau eines Meldesystems zur Sammlung und Auswertung der Wildkatzenbeobachtungen von Jägern und Naturfreunden in Nordosthessen, um auch zukünftig die Bestandsentwicklung der Wildkatze kontinuierlich beobachten und Gefahren für die Art rechtzeitig erkennen zu können. Dieses Meldesystem könnte sich an den erfolgreichen avifaunistischen Monitoringprogrammen orientieren. Dieses Erfassungsprogramm von Wildkatzenbeobachtungen sollte in Zukunft dann auf ganz Hessen (und evtl. auch weitere Tierarten) ausgedehnt werden, um so das Wissen der Jäger um die heimische Tierwelt für den Artenschutz zu nutzen. Dazu gehört auch, dass tot gefundene Wildkatzen weiterhin pathologisch-anatomisch untersucht werden. Dies ist besonders wichtig, da das seit 2007 in Hessen laufende, öffentlich finanzierte FELIS – Projekt für Untersuchung toter Wildkatzen in diesem Jahr ausläuft.

Dr. Jörg Brauneis; Rotenburger Str. 44;37269 Eschwege
Tel.: 05651/20363; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!